Superkraft statt Superstress: Wie wir lernen, mit Stress gesund umzugehen – Interview mit René Träder

Lisa Holtmeier • 30. Juli 2025

Stress abbauen, Selbstfürsorge lernen, innere Ruhe finden

Stress abbauen, Selbstfürsorge lernen, innere Ruhe finden – das sind keine Luxusziele, sondern Überlebensstrategien in unserer heutigen Welt. Im neuen Buch „Superkraft statt Superstress – In 7 Schritten raus aus der Stress-Spirale“ zeigt Psychologe und Autor René Träder, wie wir unser Stressverständnis grundlegend verändern können. Im WORDSEED® Podcast spreche ich mit ihm darüber, warum Stress keine Krankheit ist – sondern eine Fähigkeit.


📕 René Träders neues Buch: „Superkraft statt Superstress“

„Stress ist eine Superkraft“ – mit dieser These räumt René Träder gleich zu Beginn seines Buches mit einem weit verbreiteten Mythos auf: Dass Stress per se schlecht sei. Vielmehr sei er eine evolutionär sinnvolle Reaktion unseres Körpers, die uns schützt und aktiviert. Das Problem? Unser Umgang damit.

Das Buch gliedert sich in 7 praxisnahe Schritte, mit denen Leser:innen ihre persönliche Stress-Kompetenz entwickeln – und nicht nur überleben, sondern bewusst gestalten können.


🎙 Was dich im Podcast erwartet

In unserem Gespräch wird schnell klar: Es geht nicht um „Stress vermeiden um jeden Preis“, sondern um achtsamen Umgang, innere Klarheit – und radikale Selbstfürsorge. Gemeinsam sprechen wir über:

  • 🔋 Warum wir oft besser auf unser Handy achten als auf uns selbst
  • 🧠 Wie du erkennst, welcher Stress-Typ du bist
  • 💬 Welche Rolle Sprache & Kommunikation im Umgang mit Stress spielt
  • ❤️ Warum Selbstfürsorge kein Egoismus, sondern pure Notwendigkeit ist
  • 🌀 Und wie wir aus der Stress-Spirale aussteigen können – Schritt für Schritt


✨ Was ist Stress-Kompetenz – und wie entwickle ich sie?

Laut René Träder geht es bei Stress-Kompetenz um mehr als Zeitmanagement oder Achtsamkeitsübungen. Es ist die Fähigkeit,

  • frühzeitig die eigenen Stress-Signale zu erkennen,
  • gesunde Grenzen zu setzen,
  • bewusst mit Emotionen umzugehen,
  • und Erholung als aktiven Teil des Alltags zu integrieren.


📲 Jetzt reinhören: Superkraft statt Superstress im WORDSEED® Podcast

Diese Folge ist eine Einladung, dein Verhältnis zu Stress zu überdenken – und neu zu gestalten. Voller Praxisbeispiele, psychologischem Wissen und ehrlicher Impulse für dein Leben.gn.

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Viele Menschen haben gute Argumente. Trotzdem überzeugen sie andere nicht. Warum? Weil Überzeugungskraft nicht nur davon abhängt, was wir sagen, sondern auch davon, wie wir ein Gespräch beginnen. Wer direkt widerspricht oder mit Gegenargumenten startet, erzeugt häufig Widerstand. Wer hingegen eine Gesprächsatmosphäre schafft, in der sich Menschen gehört und respektiert fühlen, erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass die eigenen Argumente überhaupt aufgenommen werden. Was macht eine gute Argumentation aus? Viele denken bei Argumentation an Fakten, Zahlen und logische Schlussfolgerungen. Diese Elemente sind wichtig. Doch erfolgreiche Kommunikation besteht aus mehr als sachlichen Argumenten. Eine gute Argumentation zeichnet sich dadurch aus, dass sie: respektvoll formuliert ist neugierig statt belehrend wirkt unterschiedliche Perspektiven zulässt Verständnis signalisiert zum Nachdenken einlädt Warum Menschen auf Argumente oft mit Widerstand reagieren Sobald Menschen das Gefühl haben, ihre Meinung werde angegriffen, schalten sie häufig in einen Verteidigungsmodus. Dann geht es nicht mehr um die Sache. Es geht darum, die eigene Position zu schützen. Deshalb ist die Einleitung einer Argumentation oft wichtiger als das Argument selbst. 5 Formulierungen für bessere Argumentationen 1. „Ich habe noch eine andere Perspektive auf das Thema. Ist es okay für dich, wenn ich meinen Gedanken dazu teile?“ Dieser Satz schafft Zustimmung, bevor das eigentliche Argument beginnt. 2. „Ich verstehe deinen Punkt. Gleichzeitig frage ich mich, ob ...“ Eine wertschätzende Möglichkeit, eine andere Sichtweise einzubringen. 3. „Vielleicht übersehe ich etwas. Gleichzeitig nehme ich es so wahr ...“ Diese Formulierung wirkt offen und selbstreflektiert. 4. „Mich würde interessieren, wie du diesen Aspekt siehst ...“ Menschen hören besser zu, wenn sie selbst beteiligt werden. 5. „Eine Sache beschäftigt mich dabei noch ...“ Ein sanfter Einstieg, der Neugier weckt statt Widerstand auszulösen. Die Bedeutung von Neugier in Gesprächen Wer überzeugen möchte, sollte nicht nur reden. Er sollte auch zuhören. Deshalb gehören gute Fragen zu den wichtigsten Werkzeugen erfolgreicher Kommunikation. Zum Beispiel: Was ist dir daran besonders wichtig? Wie bist du zu dieser Meinung gekommen? Welche Erfahrungen spielen dabei eine Rolle? Was wäre aus deiner Sicht die beste Lösung? Die stärksten Argumente entstehen in Verbindung Menschen ändern ihre Meinung selten, weil sie sich unterlegen fühlen. Sie öffnen sich für neue Gedanken häufig erst dann, wenn sie sich verstanden fühlen. Deshalb geht es bei guter Gesprächsführung nicht darum, Diskussionen zu gewinnen. Es geht darum, Räume zu schaffen, in denen unterschiedliche Perspektiven nebeneinander existieren dürfen. Fazit Eine gute Argumentation beginnt nicht mit dem stärksten Argument. Sie beginnt mit Respekt, Interesse und echter Gesprächsbereitschaft. Wer Menschen verstehen möchte, bevor er sie überzeugen will, schafft die Grundlage für konstruktive Gespräche, bessere Beziehungen und nachhaltige Verständigung. Denn oft überzeugt nicht das bessere Argument. Sondern die bessere Art, es einzuleiten.
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Warum manche Sätze sofort Widerstand auslösen „Du machst das jedes Mal falsch.“ „Das ergibt doch gar keinen Sinn.“ „So kannst du das nicht machen.“ Solche Sätze hören wir täglich in Unternehmen, Praxen, Teams und Familien. Die Absicht dahinter ist meist nachvollziehbar: Jemand möchte auf ein Problem aufmerksam machen oder eine Verbesserung anstoßen. Trotzdem führen diese Formulierungen oft zu Rechtfertigungen, Rückzug oder Konflikten. Warum? Weil Menschen nicht nur auf Inhalte reagieren. Sie reagieren auch auf die Art, wie etwas gesagt wird. Die Psychologie hinter Widerstand Sobald wir uns angegriffen oder bewertet fühlen, schaltet unser Gehirn in einen Schutzmodus. Statt offen zuzuhören, beschäftigen wir uns mit Fragen wie: Warum greift mich die Person an? Wie kann ich mich verteidigen? Warum versteht sie mich nicht? Dadurch geht die eigentliche Botschaft verloren. 1. Statt: „Nee, das stimmt so nicht.“ Besser: „Ich habe es anders verstanden. Lass uns nochmal zusammen draufschauen.“ Diese Formulierung schafft Raum für unterschiedliche Perspektiven. 2. Statt: „Du machst das jedes Mal falsch.“ Besser: „Ich merke, dass sich das wiederholt. Wie können wir das lösen?“ Der Fokus liegt auf der Situation statt auf der Person. 3. Statt: „So kannst du das nicht machen.“ Besser: „Ich sehe dabei folgende Herausforderung ...“ Menschen nehmen Herausforderungen meist leichter an als Verbote. 4. Statt: „Das ergibt doch gar keinen Sinn.“ Besser: „Kannst du mich durch deinen Gedankengang führen?“ Neugier erzeugt Verständnis. Bewertungen erzeugen Widerstand. 5. Statt: „Also, das war echt nicht gut.“ Besser: „Für die Zukunft wünsche ich mir, dass ...“ Entwicklungsorientiertes Feedback blickt nach vorn statt zurück. Warum gesunde Kommunikation Konflikte reduziert Gesunde Kommunikation bedeutet nicht, Kritik zu vermeiden. Im Gegenteil. Probleme dürfen und sollten angesprochen werden. Der Unterschied liegt darin, ob wir Menschen beschuldigen oder zur Lösung einladen. Wer beobachtet statt bewertet, nachfragt statt urteilt und Entwicklung statt Schuld in den Mittelpunkt stellt, schafft die Grundlage für echte Veränderung. Fazit Die meisten Konflikte entstehen nicht durch das Thema selbst. Sie entstehen durch die Art, wie darüber gesprochen wird. Wenn wir lernen, Feedback klar und respektvoll zu formulieren, entstehen weniger Abwehr, mehr Verständnis und bessere Lösungen. Und genau das ist das Ziel gesunder Kommunikation: Klarheit ohne Verletzung. Entwicklung ohne Abwertung. Führung mit Haltung.