Das ist keine mitfühlende Kommunikation
Lisa Holtmeier • 8. Juli 2024

Mitfühlende Kommunikation
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…ist oft nicht so einfach, wie es klingt und dennoch ein so wichtiger Bestandteil der gesunden Kommunikation.
Insbesondere bei der mitfühlenden Kommunikation gilt: Gut gemeint, ist nicht unbedingt gut gemacht. Viele Menschen, die trösten wollen oder empathisch auf einen anderen Menschen eingehen wollen, haben sehr positive Absichten, bringen diese jedoch nicht gesund rüber.
Egal, ob es sich um Kinder, Jugendliche oder erwachsene Menschen handelt, bei allen sollten bestimmte Dinge beachtet werden.
🔸️Kein Mitleid!
🔸️Nicht Dramatisieren!
🔸️Nicht Bagatellisieren!
🔸️Keine Ratschläge!
🔸️Nicht die Verantwortung für die andere Person übernehmen!
🔸️Nicht zu wütend reagieren!
Bagatellisieren:
“Ach, ist doch nicht so schlimm”, “Alles halb so wild”, “wird schon wieder”
Begründung:
Negierung von Gefühlen, die Person fühlt sich nicht ernst genommen
Ratschläge:
“Ich gebe dir jetzt mal einen gut gemeinten Ratschlag…”
Begründung:
Aktuelle Gefühle werden nicht wahrgenommen, es ist übergriffig, betroffene Personen werden kleiner gemacht als sie sind.
Dramatisieren:
“Oh mein Gott!!!! Das ist ja alles furchtbar…”, “Wie du das alles aushältst, das ist ja eine Katastrophe…”
Begründung:
Es verstärkt das Leid und ist keine echte Unterstützung.
Wütend reagieren:
“Ja, das ist ja auch kein Wunder…”, “Da bist du auch selbst schuld…”
Begründung:
Kann Selbstvorwürfe verstärken, Betroffene fühlen sich “dumm” oder schuldig, kann Verzweiflung und Ohnmachtsgefühle stärken
Mitleid:
“Oh, du tust mir so leid.”
Begründung:
Macht die betroffene Person oft kleiner und schwächer als sie ist, trägt nichts zur Lösungsfindung oder Besserung bei und verstärkt das Leid oft.
Verantwortung (ungefragt) übernehmen:
“Ich mache das für dich!”
Begründung:
Entmachtet die Betroffenen, ist übergriffig, Opferrolle wird verstärkt, erlernte Hilflosigkeit kann dadurch entstehen
Stattdessen
🔹️ Erst einmal achtsam zu- & hinhören!
🔹️ Annehmen & akzeptieren, was ist
🔹️Situation “aushalten” - Es darf auch manchmal doof sein! Wir müssen nicht immer helfen oder unterstützen.
🔹️Frage liebevoll nach, um die Situation “richtig” zu verstehen
🔹️Unterstützung oder Gesprächsbereitschaft anbieten
🔹️Da sein
Viele Menschen können es kaum ertragen, wenn einem geliebten Menschen “unrecht” angetan wird. Sie wollen unbedingt etwas machen, etwas unternehmen, damit es der anderen Person wieder gut geht. Dabei schießen viele Menschen oft über das Ziel hinaus. Du machst bereits genug, wenn du da bist, die Situation ernst nimmst, zuhörst und alles erst einmal so akzeptierst, wie es ist. Es muss nicht immer alles sofort “weg gemacht” werden. Alle Gefühle sind okay.
Let´s grow! 🌱
Deine Lisa von WORDSEED®
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„Du bist einfach großartig.“ Klingt schön. Und trotzdem fühlt es sich manchmal seltsam an. Warum? Weil viele Komplimente nicht verbinden – sondern subtil Druck erzeugen. Am 02.03. ist Welttag des Kompliments. Doch statt mehr Nettigkeiten zu verteilen, lohnt sich eine wichtigere Frage: Was macht ein aufrichtiges Kompliment wirklich gesundheitsförderlich? Als Begründerin der gesunden Kommunikation erlebe ich täglich: Worte wirken. Immer. Und sie wirken biologisch. Was passiert im Gehirn, wenn wir Wertschätzung erleben? Studien aus der Sozial- und Neurowissenschaft zeigen: Soziale Anerkennung aktiviert das Belohnungssystem (Dopamin-Ausschüttung). Wertschätzung senkt Stressmarker wie Cortisol. Zugehörigkeit wirkt als Schutzfaktor gegen psychische Belastung. Positive soziale Rückmeldungen erhöhen Kooperationsbereitschaft. Kurz gesagt: Ein echtes Kompliment ist keine Höflichkeitsgeste. Es ist eine Intervention ins Nervensystem. Menschen brauchen nicht nur Nahrung und Schlaf. Sie brauchen soziale Resonanz. Warum viele Komplimente unbewusst Druck machen „Du bist immer so stark.“ „Du bist perfekt für diese Rolle.“ „Du bist so schön unkompliziert.“ Solche Aussagen klingen wertschätzend – und können trotzdem Stress erzeugen. Warum? Weil sie Identität festschreiben. Unser Nervensystem registriert: Erwartung Bewertung Rollenfixierung Das kann psychologische Sicherheit reduzieren. Gesunde Kommunikation bedeutet deshalb nicht: mehr loben. Sondern bewusster sprechen. Diese Form der wertschätzenden Kommunikation wirkt gesundheitsförderlicher, weil sie vier zentrale Schutzfaktoren stärkt: 1. Psychologische Sicherheit Wenn Menschen nicht bewertet, sondern in ihrer Wirkung gesehen werden, sinkt der innere Druck. Psychologische Sicherheit ist einer der wichtigsten Faktoren für gesunde Teams und stabile Beziehungen. 2. Selbstwirksamkeit Konkrete Rückmeldungen zeigen: „Ich bewirke etwas.“ Selbstwirksamkeit ist ein zentraler Resilienzfaktor und schützt vor Erschöpfung. 3. Soziale Verbundenheit Das Gefühl, gesehen zu werden, aktiviert Bindungssysteme im Gehirn. Verbundenheit reduziert Stressreaktionen und fördert emotionale Stabilität. 4. Identitätsstabilität ohne Rollenfixierung Ich-Botschaften schreiben niemanden fest. Sie lassen Entwicklung zu. Das schafft Freiheit statt Erwartungsdruck. 5 Sätze für ein aufrichtiges Kompliment Hier sind fünf Beispiele für gesundheitsförderliche Komplimente – inspiriert vom 5-Sätze-Freitag: „Ich fühle mich von dir ernst genommen.“ „Ich empfinde unsere Zusammenarbeit als wertschätzend.“ „Deine Art zu denken erweitert meinen Blick.“ „Das Gespräch mit dir hat mir gutgetan.“ „Mich inspiriert, wie ruhig du bleibst, auch wenn es hektisch wird.“ Sie sind: konkret wirkungsorientiert beziehungsstärkend regulierend Komplimente im Beruf: Warum sie Führung verändern Gerade im Business-Kontext wird Wertschätzung oft funktional eingesetzt. Doch gesunde Führung bedeutet: Nicht Motivation erzeugen. Sondern Menschen stabilisieren. Wenn Führungskräfte sagen: „Ich fühle mich durch deine Klarheit gut orientiert“ statt „Du bist eine starke Führungskraft“ … entsteht weniger Leistungsdruck und mehr Vertrauen. Und Vertrauen ist ein Gesundheitsfaktor. Fazit: Worte sind Biochemie Ein aufrichtiges Kompliment ist kein netter Zusatz. Es ist Beziehungsarbeit. Es ist Gesundheitsprävention. Gesunde Kommunikation beginnt dort, wo wir Wirkung bewusst gestalten. Am Welttag des Kompliments können wir uns deshalb fragen: Möchte ich bewerten? Oder verbinden? Nicht größer loben, sondern klarer wahrnehmen. Let’s grow. Deine Lisa von WORDSEED















