Wir müssen auf unsere Führungskräfte aufpassen
Lisa Holtmeier • 26. Oktober 2023

Wir müssen auf unsere Führungspersonen aufpassen
Die Daten der Techniker Krankenkasse zeigen das, was ich seit der Gründung von WORDSEED tagtäglich in Coachings und Trainings mit Führungspersonen im Gesundheitswesen beobachte...immer mehr Führungspersonen aus systemrelevanten Berufen werden krank.
Es sind signifikante Anstiege der Au-Tage bei »psychischen Erkrankungen und Verhaltensstörungen« zu verzeichnen. Im Jahr 2018 lag der Durchschnittswert bei den untersuchten Führungskräften bei 0,38 AU-Tagen, fünf Jahre später bereits bei 0,52 AU-Tagen. Das ist ein Anstieg von 37 Prozent.
Personen, die im Rettungsdienst, in der Pflege und in der Geburtshilfe tätig sind, fehlten 2022 mit 4,9 AU-Tagen häufiger aufgrund psychischer Belastungen als die Versicherten der Techniker Krankenkasse insgesamt.
Ich habe so oft verzweifelte, frustrierte und traurige Führungspersonen vor mir sitzen. Sie wollen so viel im Gesundheitswesen verändern und stoßen immer wieder an Grenzen. Sie haben Angst etwas "Falsches" zu sagen und eine Kündigung zu riskieren. Sie fühlen sich so sehr unter Druck, es allen recht zu machen, denn es fehlen schon Fachkräfte an allen Ecken und Enden. Sie spüren den Druck, wie die Pistole auf der Brust. Sie wissen ganz genau, dass es so viele offene Stellen gibt, dass es für ihre Mitarbeitenden ein Leichtes wäre, einen neuen Arbeitsplatz zu finden. Im Gesundheitswesen werden außerdem alle Hände gebraucht. Das bedeutet oft ein Spagat zwischen Führung, Arbeit an Patient*innen und administrativen Aufgaben.
Große Visionen werden kleiner, Kräfte werden weniger und die Müdigkeit nimmt zu.
Das ist das, was ich in meiner täglichen Arbeit beobachte und es macht mich traurig. Denn dort stehen wunderbare Führungspersonen, mit tollen Ideen, wunderbaren Arbeitsplätzen und fantastischen Möglichkeiten, die sie bieten und gleichzeitig werden sie durch ein System gebremst.
Ich könnte mir vorstellen, dass das nicht alle so erleben und gleichzeitig habe ich den Eindruck, dass viele das Gefühl haben, sie sind damit allein.
Mehr dazu: https://www.spiegel.de/karriere/kranke-fuehrungskraefte-so-krank-sind-deutschlands-chefs-a-8d57ccfa-ed34-4dc3-bfcc-13fecaecf588
Was können wir für unsere Führungspersonen tun?
Let´s grow!
Deine Lisa von WORDSEED
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Viele Menschen haben gute Argumente. Trotzdem überzeugen sie andere nicht. Warum? Weil Überzeugungskraft nicht nur davon abhängt, was wir sagen, sondern auch davon, wie wir ein Gespräch beginnen. Wer direkt widerspricht oder mit Gegenargumenten startet, erzeugt häufig Widerstand. Wer hingegen eine Gesprächsatmosphäre schafft, in der sich Menschen gehört und respektiert fühlen, erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass die eigenen Argumente überhaupt aufgenommen werden. Was macht eine gute Argumentation aus? Viele denken bei Argumentation an Fakten, Zahlen und logische Schlussfolgerungen. Diese Elemente sind wichtig. Doch erfolgreiche Kommunikation besteht aus mehr als sachlichen Argumenten. Eine gute Argumentation zeichnet sich dadurch aus, dass sie: respektvoll formuliert ist neugierig statt belehrend wirkt unterschiedliche Perspektiven zulässt Verständnis signalisiert zum Nachdenken einlädt Warum Menschen auf Argumente oft mit Widerstand reagieren Sobald Menschen das Gefühl haben, ihre Meinung werde angegriffen, schalten sie häufig in einen Verteidigungsmodus. Dann geht es nicht mehr um die Sache. Es geht darum, die eigene Position zu schützen. Deshalb ist die Einleitung einer Argumentation oft wichtiger als das Argument selbst. 5 Formulierungen für bessere Argumentationen 1. „Ich habe noch eine andere Perspektive auf das Thema. Ist es okay für dich, wenn ich meinen Gedanken dazu teile?“ Dieser Satz schafft Zustimmung, bevor das eigentliche Argument beginnt. 2. „Ich verstehe deinen Punkt. Gleichzeitig frage ich mich, ob ...“ Eine wertschätzende Möglichkeit, eine andere Sichtweise einzubringen. 3. „Vielleicht übersehe ich etwas. Gleichzeitig nehme ich es so wahr ...“ Diese Formulierung wirkt offen und selbstreflektiert. 4. „Mich würde interessieren, wie du diesen Aspekt siehst ...“ Menschen hören besser zu, wenn sie selbst beteiligt werden. 5. „Eine Sache beschäftigt mich dabei noch ...“ Ein sanfter Einstieg, der Neugier weckt statt Widerstand auszulösen. Die Bedeutung von Neugier in Gesprächen Wer überzeugen möchte, sollte nicht nur reden. Er sollte auch zuhören. Deshalb gehören gute Fragen zu den wichtigsten Werkzeugen erfolgreicher Kommunikation. Zum Beispiel: Was ist dir daran besonders wichtig? Wie bist du zu dieser Meinung gekommen? Welche Erfahrungen spielen dabei eine Rolle? Was wäre aus deiner Sicht die beste Lösung? Die stärksten Argumente entstehen in Verbindung Menschen ändern ihre Meinung selten, weil sie sich unterlegen fühlen. Sie öffnen sich für neue Gedanken häufig erst dann, wenn sie sich verstanden fühlen. Deshalb geht es bei guter Gesprächsführung nicht darum, Diskussionen zu gewinnen. Es geht darum, Räume zu schaffen, in denen unterschiedliche Perspektiven nebeneinander existieren dürfen. Fazit Eine gute Argumentation beginnt nicht mit dem stärksten Argument. Sie beginnt mit Respekt, Interesse und echter Gesprächsbereitschaft. Wer Menschen verstehen möchte, bevor er sie überzeugen will, schafft die Grundlage für konstruktive Gespräche, bessere Beziehungen und nachhaltige Verständigung. Denn oft überzeugt nicht das bessere Argument. Sondern die bessere Art, es einzuleiten.









