Mattering: Warum das Gefühl, gesehen zu werden, ein unterschätzter Gesundheitsfaktor ist

Lisa Holtmeier • 29. Januar 2026
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Du funktionierst. Du gibst. Du hältst durch.
Und trotzdem ist da dieses leise Gefühl: Ich bin austauschbar.

Was, wenn deine Erschöpfung gar nicht (nur) mit Stress zu tun hat, sondern mit einem fehlenden Grundbedürfnis?

👉 Mattering.

Ein Begriff, den kaum jemand kennt.
Ein Gefühl, das über Gesundheit oder Erschöpfung entscheidet.


Was bedeutet „Mattering“?

Mattering beschreibt das tiefe innere Erleben:

  • Ich bin wichtig.
  • Ich werde gesehen.
  • Es macht einen Unterschied, dass es mich gibt.

Nicht wegen meiner Leistung.
Nicht wegen meiner Funktion.
Sondern weil ich da bin.

Fehlt dieses Gefühl, reagiert unser Nervensystem – oft leise, aber nachhaltig.

🧠 Mattering ist kein Luxus. Es ist ein psychologisches Grundbedürfnis.


Warum fehlendes Mattering krank machen kann

Studien zeigen: Menschen, die sich bedeutsam fühlen,

  • leben länger,
  • erholen sich schneller von Belastungen,
  • sind psychisch stabiler und resilienter.

(Prilleltensky, 2020)

Fehlt dieses Erleben über längere Zeit, entsteht innerer Stress – auch dann, wenn äußerlich „alles läuft“.

Der Körper reagiert häufig mit:

  • Schlafproblemen
  • Erschöpfung
  • innerer Leere
  • emotionalem Rückzug

👉 Besonders sichtbar wird das im Job und in Beziehungen, wenn Menschen nur noch funktionieren.


Alltagsbeispiel: Wenn du da bist – aber nicht gemeint

Du gibst dir Mühe im Team.
Du denkst mit.
Du hältst andere mit.

Aber:

  • Deine Ideen verhallen.
  • Niemand fragt, wie es dir geht.
  • Wertschätzung bezieht sich nur auf Ergebnisse.

Du bist präsent – aber innerlich unsichtbar.

Viele Menschen beschreiben genau das als Wendepunkt Richtung Erschöpfung.
Nicht der Workload.
Sondern das Gefühl: Ich werde nicht wirklich gesehen.


Ein blinder Fleck: Auch Führungskräfte erleben fehlendes Mattering

Ein oft übersehener Punkt:
Auch Führungskräfte fühlen sich erstaunlich häufig allein und unbeachtet.

  • Sie sollen halten, entscheiden, auffangen.
  • Aber selten fragt jemand: „Wie geht es dir eigentlich damit?“

Fehlendes Mattering wirkt hier doppelt:
👉 auf die eigene Gesundheit
👉 und auf die Kultur im Team


Wortmedizin: Wie Kommunikation Mattering stärkt

Die gute Nachricht.
Mattering lässt sich säen. Durch Sprache.

Nicht durch große Reden – sondern durch kleine, echte Momente.

1. Spiegeln statt übersehen

„Ich habe gesehen, wie du dich heute eingebracht hast.“

2. Fragen statt vermuten

„Was brauchst du gerade wirklich?“

3. Verbindung statt Bewertung

„Es ist schön, dass du hier bist.“

Das sind keine Floskeln.
Das ist präventive Gesundheitsarbeit durch Kommunikation.


Mattering beginnt nicht nur im Außen

Ein wichtiger, oft unbequemer Gedanke:
Viele Menschen behandeln sich selbst genauso, wie sie sich von anderen erlebt fühlen.

👉 streng
👉 funktional
👉 leistungsorientiert

Reflexionsimpuls:

  • Wo in deinem Leben fühlst du dich gerade austauschbar statt bedeutsam?
  • Was würde sich verändern, wenn du dich selbst als wertvoll behandeln würdest – unabhängig von Leistung?


Fazit: Gesunde Kommunikation beginnt mit einem inneren Blick

Du zählst.
Nicht, weil du leistest.
Sondern weil du bist.

Gesunde Kommunikation beginnt dort,
wo wir Menschen nicht nur einsetzen – sondern meinen.

Und manchmal ist der wichtigste Schritt:
👉 damit bei dir selbst anzufangen.

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