Nicht alles, was glänzt, ist gesund: Interview mit Swantje Allmers über Leistung, Selbstwert & New Work

Lisa Holtmeier • 23. Juli 2025

Kaffee oder Tee? Struktur oder Intuition? Deep Talk oder Small Talk?
Swantje Allmers entscheidet sich im Zweifel für Tiefe – in Gesprächen wie im Leben. Als Gründerin der New Work Beratung NWMS und Bestseller-Autorin bringt sie frischen Wind in verstaubte Vorstellungen von Erfolg. Das Buch „Was du nicht hören willst – aber wissen solltest“, (mit Annahita Esmailzadeh) zeigt sie gemeinsam mit Annahita, warum der Weg zur beruflichen Erfüllung oft durch unbequeme Wahrheiten führt.


🧠 Was wir nicht hören wollen – aber wissen sollten

„Everybody’s Darling ist Everybody’s Depp“ – ein Satz, der hängen bleibt. Und ein Kapitel aus dem Buch, das besonders viele Frauen in Führungsrollen trifft. Swantje sagt dazu:


„People Pleasing ist ein Beziehungsmuster, das oft mit Selbstwert verknüpft ist. Es fühlt sich kurzfristig sicher an – ist aber langfristig teuer.“

Erkennungszeichen der People-Pleasing-Falle:

  • Du sagst „Ja“, obwohl du innerlich „Nein“ schreist.
  • Du hast ständig das Gefühl, dich erklären oder rechtfertigen zu müssen.
  • Du fühlst dich verantwortlich für die Emotionen anderer.

Ausweg: Grenzen setzen – klar, ehrlich, empathisch. Und: sich selbst erlauben, unbequem zu sein.


🔄 Erfolg durch Kommunikation: Was du sagen musst – und was du lieber lässt

Swantje bringt es auf den Punkt:
„Kommunikation ist kein Soft Skill. Sie ist der Schlüssel zur Selbstführung, zum Netzwerk – und zur Gesundheit.“

Gerade in der neuen Arbeitswelt gilt: Wer sich nicht klar positioniert, wird überhört. In Kapitel 16 geht es um Personal Branding – und die häufigsten Fehler:

  • Zu allgemein bleiben („Ich kann alles“ ist kein Profil)
  • Auf Zustimmung hoffen statt Haltung zeigen
  • Keine klare Botschaft, kein Wiedererkennungswert

Tipp: Entwickle deine Markenstimme wie ein gutes Gespräch – mit Persönlichkeit, Tiefe und Klarheit.


🤝 Inner Circle: Wer dich umgibt, entscheidet über deinen Erfolg

„Zeig mir deine fünf engsten Kontakte – und ich sag dir, wohin du dich entwickelst.“
Kapitel 12 erinnert uns daran: Beziehungen sind Ressourcen. Unterstützend oder ausbremsend.

Check für deinen Inner Circle:

  • Inspirieren dich diese Menschen – oder rauben sie dir Energie?
  • Können sie Erfolge feiern, ohne sich bedroht zu fühlen?
  • Sprechen sie offen, ehrlich und unterstützend mit dir?

🧘‍♀️ Gesundheit ist nicht verhandelbar

Kapitel 17 bringt eine unbequeme Wahrheit auf den Punkt:
„Wenn es dich deine Gesundheit kostet, ist es zu teuer.“

Swantje selbst sieht in Pausen und Selbstfürsorge keinen Luxus, sondern eine strategische Entscheidung. Leistungsfähigkeit entsteht nicht durch Dauerstress, sondern durch kluge Erholung.

Worte wirken auch hier: Wie sprichst du innerlich mit dir, wenn du eine Pause brauchst? Wie gesund ist dein innerer Dialog?


🚀 Zukunft der Arbeit: Zwischen Buzzwords und echter Transformation

Swantje gilt als Vordenkerin von New Work – aber sie entlarvt schnell die Oberflächen-Romantik:


„New Work heißt nicht: Kickertisch und Homeoffice. Sondern: Eigenverantwortung, Sinn, gesunde Führung.“

Die neue Arbeitswelt braucht:

  • Klare Kommunikation
  • Psychologische Sicherheit
  • Mut zur echten Veränderung – auch wenn’s unbequem ist




🔍 Fazit: Warum dieses Interview mehr ist als ein Gespräch

Swantje Allmers steht für eine neue, ehrliche Form von Erfolg – jenseits von Perfektion und toxischer Produktivität. Wer mit gesundem Anspruch führen, wirken und wachsen will, kommt an einem Punkt nicht vorbei: Gesunde Kommunikation.

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Viele Menschen haben gute Argumente. Trotzdem überzeugen sie andere nicht. Warum? Weil Überzeugungskraft nicht nur davon abhängt, was wir sagen, sondern auch davon, wie wir ein Gespräch beginnen. Wer direkt widerspricht oder mit Gegenargumenten startet, erzeugt häufig Widerstand. Wer hingegen eine Gesprächsatmosphäre schafft, in der sich Menschen gehört und respektiert fühlen, erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass die eigenen Argumente überhaupt aufgenommen werden. Was macht eine gute Argumentation aus? Viele denken bei Argumentation an Fakten, Zahlen und logische Schlussfolgerungen. Diese Elemente sind wichtig. Doch erfolgreiche Kommunikation besteht aus mehr als sachlichen Argumenten. Eine gute Argumentation zeichnet sich dadurch aus, dass sie: respektvoll formuliert ist neugierig statt belehrend wirkt unterschiedliche Perspektiven zulässt Verständnis signalisiert zum Nachdenken einlädt Warum Menschen auf Argumente oft mit Widerstand reagieren Sobald Menschen das Gefühl haben, ihre Meinung werde angegriffen, schalten sie häufig in einen Verteidigungsmodus. Dann geht es nicht mehr um die Sache. Es geht darum, die eigene Position zu schützen. Deshalb ist die Einleitung einer Argumentation oft wichtiger als das Argument selbst. 5 Formulierungen für bessere Argumentationen 1. „Ich habe noch eine andere Perspektive auf das Thema. Ist es okay für dich, wenn ich meinen Gedanken dazu teile?“ Dieser Satz schafft Zustimmung, bevor das eigentliche Argument beginnt. 2. „Ich verstehe deinen Punkt. Gleichzeitig frage ich mich, ob ...“ Eine wertschätzende Möglichkeit, eine andere Sichtweise einzubringen. 3. „Vielleicht übersehe ich etwas. Gleichzeitig nehme ich es so wahr ...“ Diese Formulierung wirkt offen und selbstreflektiert. 4. „Mich würde interessieren, wie du diesen Aspekt siehst ...“ Menschen hören besser zu, wenn sie selbst beteiligt werden. 5. „Eine Sache beschäftigt mich dabei noch ...“ Ein sanfter Einstieg, der Neugier weckt statt Widerstand auszulösen. Die Bedeutung von Neugier in Gesprächen Wer überzeugen möchte, sollte nicht nur reden. Er sollte auch zuhören. Deshalb gehören gute Fragen zu den wichtigsten Werkzeugen erfolgreicher Kommunikation. Zum Beispiel: Was ist dir daran besonders wichtig? Wie bist du zu dieser Meinung gekommen? Welche Erfahrungen spielen dabei eine Rolle? Was wäre aus deiner Sicht die beste Lösung? Die stärksten Argumente entstehen in Verbindung Menschen ändern ihre Meinung selten, weil sie sich unterlegen fühlen. Sie öffnen sich für neue Gedanken häufig erst dann, wenn sie sich verstanden fühlen. Deshalb geht es bei guter Gesprächsführung nicht darum, Diskussionen zu gewinnen. Es geht darum, Räume zu schaffen, in denen unterschiedliche Perspektiven nebeneinander existieren dürfen. Fazit Eine gute Argumentation beginnt nicht mit dem stärksten Argument. Sie beginnt mit Respekt, Interesse und echter Gesprächsbereitschaft. Wer Menschen verstehen möchte, bevor er sie überzeugen will, schafft die Grundlage für konstruktive Gespräche, bessere Beziehungen und nachhaltige Verständigung. Denn oft überzeugt nicht das bessere Argument. Sondern die bessere Art, es einzuleiten.
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Warum manche Sätze sofort Widerstand auslösen „Du machst das jedes Mal falsch.“ „Das ergibt doch gar keinen Sinn.“ „So kannst du das nicht machen.“ Solche Sätze hören wir täglich in Unternehmen, Praxen, Teams und Familien. Die Absicht dahinter ist meist nachvollziehbar: Jemand möchte auf ein Problem aufmerksam machen oder eine Verbesserung anstoßen. Trotzdem führen diese Formulierungen oft zu Rechtfertigungen, Rückzug oder Konflikten. Warum? Weil Menschen nicht nur auf Inhalte reagieren. Sie reagieren auch auf die Art, wie etwas gesagt wird. Die Psychologie hinter Widerstand Sobald wir uns angegriffen oder bewertet fühlen, schaltet unser Gehirn in einen Schutzmodus. Statt offen zuzuhören, beschäftigen wir uns mit Fragen wie: Warum greift mich die Person an? Wie kann ich mich verteidigen? Warum versteht sie mich nicht? Dadurch geht die eigentliche Botschaft verloren. 1. Statt: „Nee, das stimmt so nicht.“ Besser: „Ich habe es anders verstanden. Lass uns nochmal zusammen draufschauen.“ Diese Formulierung schafft Raum für unterschiedliche Perspektiven. 2. Statt: „Du machst das jedes Mal falsch.“ Besser: „Ich merke, dass sich das wiederholt. Wie können wir das lösen?“ Der Fokus liegt auf der Situation statt auf der Person. 3. Statt: „So kannst du das nicht machen.“ Besser: „Ich sehe dabei folgende Herausforderung ...“ Menschen nehmen Herausforderungen meist leichter an als Verbote. 4. Statt: „Das ergibt doch gar keinen Sinn.“ Besser: „Kannst du mich durch deinen Gedankengang führen?“ Neugier erzeugt Verständnis. Bewertungen erzeugen Widerstand. 5. Statt: „Also, das war echt nicht gut.“ Besser: „Für die Zukunft wünsche ich mir, dass ...“ Entwicklungsorientiertes Feedback blickt nach vorn statt zurück. Warum gesunde Kommunikation Konflikte reduziert Gesunde Kommunikation bedeutet nicht, Kritik zu vermeiden. Im Gegenteil. Probleme dürfen und sollten angesprochen werden. Der Unterschied liegt darin, ob wir Menschen beschuldigen oder zur Lösung einladen. Wer beobachtet statt bewertet, nachfragt statt urteilt und Entwicklung statt Schuld in den Mittelpunkt stellt, schafft die Grundlage für echte Veränderung. Fazit Die meisten Konflikte entstehen nicht durch das Thema selbst. Sie entstehen durch die Art, wie darüber gesprochen wird. Wenn wir lernen, Feedback klar und respektvoll zu formulieren, entstehen weniger Abwehr, mehr Verständnis und bessere Lösungen. Und genau das ist das Ziel gesunder Kommunikation: Klarheit ohne Verletzung. Entwicklung ohne Abwertung. Führung mit Haltung.