Positive Kommunikation im Alltag

Lisa Holtmeier • 19. September 2020

Positive Kommunikation
...ein Thema, welches euch sehr zu beschäftigen scheint. Ich habe auf dem Post von Dienstag (vorletzter Post) viele Nachrichten erhalten. Viele von euch haben sich noch mehr “Gegenüberstellungen” gewünscht. Hier habe ich noch welche für euch vorbereitet🤸‍♀️.


Was ich an dieser Stelle gerne loswerden mag…
Ich bin ein großer Fan von positiver Kommunikation, weil solche kleinen, feinen Formulierungen einen großen Einfluss auf den Gesprächsverlauf haben und dennoch möchte ich eine kritische Perspektive mit aufzeigen.


💡Durch positive Kommunikation KANN die Klarheit verloren gehen.
💡Positive Kommunikation ist meiner Meinung nach NICHT IMMER angebracht. Beispiel: Die Situation in Moria ist mehr als eine Herausforderung, es ist ein Problem, ein großes Problem! Dann darf es auch als Problem genannt werden.
💡Mit positiver Kommunikation gelingt es vieles zu verharmlosen. Beispiel: Es ist häufig die Rede von Kernenergie statt von Atomkraft. Klingt auf jeden Fall netter.
💡Positive Kommunikation trifft nicht immer den Punkt. Beispiel: Für mich haben die Worte “arbeitslos” und “arbeitssuchend” zwei unterschiedliche Bedeutungen, sie werden allerdings oft Synonym verwendet.


🎧🎙Viele Beispiele findest du noch in der aktuellen Podcastfolge! Achtung: diese ist sehr direkt und klar. Es lohnt sich reinzuhören. Viele Hörer*innen hat es bereits zum Nachdenken angeregt und dafür hat es sich schon gelohnt.


🤗Was fallen dir noch für Gegenüberstellungen ein? Wie ist deine Meinung zum Thema positive Kommunikation?
Ich würde mich sehr freuen, wenn wir uns in den Kommentaren wertschätzend darüber austauschen😍🤩.


Ich wünsche dir ein super schönes Wochenende!
Deine Lisa von WORDSEED
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„Du bist einfach großartig.“ Klingt schön. Und trotzdem fühlt es sich manchmal seltsam an. Warum? Weil viele Komplimente nicht verbinden – sondern subtil Druck erzeugen. Am 02.03. ist Welttag des Kompliments. Doch statt mehr Nettigkeiten zu verteilen, lohnt sich eine wichtigere Frage: Was macht ein aufrichtiges Kompliment wirklich gesundheitsförderlich? Als Begründerin der gesunden Kommunikation erlebe ich täglich: Worte wirken. Immer. Und sie wirken biologisch. Was passiert im Gehirn, wenn wir Wertschätzung erleben? Studien aus der Sozial- und Neurowissenschaft zeigen: Soziale Anerkennung aktiviert das Belohnungssystem (Dopamin-Ausschüttung). Wertschätzung senkt Stressmarker wie Cortisol. Zugehörigkeit wirkt als Schutzfaktor gegen psychische Belastung. Positive soziale Rückmeldungen erhöhen Kooperationsbereitschaft. Kurz gesagt: Ein echtes Kompliment ist keine Höflichkeitsgeste. Es ist eine Intervention ins Nervensystem. Menschen brauchen nicht nur Nahrung und Schlaf. Sie brauchen soziale Resonanz. Warum viele Komplimente unbewusst Druck machen „Du bist immer so stark.“ „Du bist perfekt für diese Rolle.“ „Du bist so schön unkompliziert.“ Solche Aussagen klingen wertschätzend – und können trotzdem Stress erzeugen. Warum? Weil sie Identität festschreiben. Unser Nervensystem registriert: Erwartung Bewertung Rollenfixierung Das kann psychologische Sicherheit reduzieren. Gesunde Kommunikation bedeutet deshalb nicht: mehr loben. Sondern bewusster sprechen. Diese Form der wertschätzenden Kommunikation wirkt gesundheitsförderlicher, weil sie vier zentrale Schutzfaktoren stärkt: 1. Psychologische Sicherheit Wenn Menschen nicht bewertet, sondern in ihrer Wirkung gesehen werden, sinkt der innere Druck. Psychologische Sicherheit ist einer der wichtigsten Faktoren für gesunde Teams und stabile Beziehungen. 2. Selbstwirksamkeit Konkrete Rückmeldungen zeigen: „Ich bewirke etwas.“ Selbstwirksamkeit ist ein zentraler Resilienzfaktor und schützt vor Erschöpfung. 3. Soziale Verbundenheit Das Gefühl, gesehen zu werden, aktiviert Bindungssysteme im Gehirn. Verbundenheit reduziert Stressreaktionen und fördert emotionale Stabilität. 4. Identitätsstabilität ohne Rollenfixierung Ich-Botschaften schreiben niemanden fest. Sie lassen Entwicklung zu. Das schafft Freiheit statt Erwartungsdruck. 5 Sätze für ein aufrichtiges Kompliment Hier sind fünf Beispiele für gesundheitsförderliche Komplimente – inspiriert vom 5-Sätze-Freitag: „Ich fühle mich von dir ernst genommen.“ „Ich empfinde unsere Zusammenarbeit als wertschätzend.“ „Deine Art zu denken erweitert meinen Blick.“ „Das Gespräch mit dir hat mir gutgetan.“ „Mich inspiriert, wie ruhig du bleibst, auch wenn es hektisch wird.“ Sie sind: konkret wirkungsorientiert beziehungsstärkend regulierend Komplimente im Beruf: Warum sie Führung verändern Gerade im Business-Kontext wird Wertschätzung oft funktional eingesetzt. Doch gesunde Führung bedeutet: Nicht Motivation erzeugen. Sondern Menschen stabilisieren. Wenn Führungskräfte sagen: „Ich fühle mich durch deine Klarheit gut orientiert“ statt „Du bist eine starke Führungskraft“ … entsteht weniger Leistungsdruck und mehr Vertrauen. Und Vertrauen ist ein Gesundheitsfaktor. Fazit: Worte sind Biochemie Ein aufrichtiges Kompliment ist kein netter Zusatz. Es ist Beziehungsarbeit. Es ist Gesundheitsprävention. Gesunde Kommunikation beginnt dort, wo wir Wirkung bewusst gestalten. Am Welttag des Kompliments können wir uns deshalb fragen: Möchte ich bewerten? Oder verbinden? Nicht größer loben, sondern klarer wahrnehmen. Let’s grow. Deine Lisa von WORDSEED
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