NURSE Modell

Lisa Holtmeier • 21. Februar 2022

Umgang mit Emotionen im Gespräch

Der Umgang mit Emotionen anderer Menschen stellt im Gespräch eine echte Herausforderung dar. Was sagt man? Wie geht man darauf ein? Man will ja auch nichts falsches sagen. Gedanken über Gedanken.

Um einen Leitfaden in solchen Situationen zu haben, wurde das NURSE Modell entwickelt. Wie ihr es euch vielleicht denken könnt, kommt das Modell aus dem Gesundheitswesen. Ich finde allerdings, dass man es auch in anderen Situationen durchaus nutzen kann. Das NURSE Modell steht für eine emotionsbezogene Gesprächsführung.

💬NAMING - Abholen, wo dein*e Gesprächspartner*in steht (Gefühle benennen)
💬UNDERSTANDING - Wenn möglich, Verständnis zeigen (Würdigung des Leids)
💬RESPECTING - Anerkennung & Respekt verbalisieren (Der Situation & dem Menschen respektvoll begegnen)
💬SUPPORTING - Unterstützung anbieten (Denk bitte daran, dass nicht jede*r Unterstützung möchte, deshalb lohnt es sich nachzufragen)
💬EXPLORING - Weiteres zu der Situation/ Emotion herausfinden (Was ist gerade das wichtigste? Manchmal wird das aus den Schilderungen einer sehr emotionalen Person nicht sofort deutlich)

In den folgenden Bildern habe ich dir ein paar Beispielsätze aufgeschrieben. WICHTIG: Es handelt sich lediglich um beispielhafte Sprachmuster.

⚠️Was mir noch wichtig ist zu erwähnen: Modelle dienen der Orientierung. Wichtig ist, dass du dir und deinem Kommunikationsstil treu bleibst. Manche lieben Modelle, andere können damit nichts anfangen. Alles darf sein!

Ich hoffe sehr, dass dir der Beitrag ein wenig weiterhelfen kann❤.

Erzähl doch gerne mal: Kanntest du das NURSE Modell? Wie ist dein Eindruck davon?

Let´s grow!🌱
Deine Lisa von WORDSEED®
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Kennst du das? Ein Gespräch beginnt sachlich und plötzlich wird daraus eine hitzige Diskussion. Die Stimmung kippt, beide Seiten verteidigen ihre Position und niemand hört dem anderen mehr wirklich zu. Dabei scheitern viele Gespräche nicht an unterschiedlichen Meinungen. Sie scheitern daran, dass Menschen sich nicht verstanden fühlen. Die gute Nachricht: Oft reichen bereits kleine Veränderungen in unserer Sprache, um Konflikte zu entschärfen und Gespräche wieder konstruktiv zu gestalten. Warum Diskussionen eskalieren Wenn Menschen das Gefühl haben, angegriffen oder missverstanden zu werden, aktiviert sich häufig ein innerer Verteidigungsmodus. Anstatt zuzuhören, konzentrieren wir uns darauf: unsere Meinung zu verteidigen Gegenargumente zu finden Recht zu behalten Dadurch entstehen Fronten. Genau hier kann eine wertschätzende Kommunikation einen Unterschied machen. 5 Sätze, die Diskussionen entschärfen können 1. „Ich kann nachvollziehen, warum dir das wichtig ist.“ Dieser Satz signalisiert Verständnis, ohne automatisch Zustimmung auszudrücken. 2. „Hilf mir, deinen Gedanken noch besser zu verstehen.“ Wer Fragen stellt, zeigt echtes Interesse statt Widerstand. 3. „Da sind wir gar nicht so weit auseinander, wie es gerade wirkt.“ Gemeinsamkeiten schaffen Verbindung. 4. „Vielleicht betrachten wir gerade unterschiedliche Aspekte derselben Situation.“ Dieser Satz öffnet neue Perspektiven, ohne die Sichtweise des anderen abzuwerten. 5. „Ich sehe das etwas anders und finde deinen Punkt trotzdem nachvollziehbar.“ Eine der wichtigsten Fähigkeiten in gesunder Kommunikation: Unterschiedliche Meinungen aushalten können. Warum Fragen oft wichtiger sind als Argumente Viele Menschen versuchen, Konflikte durch bessere Argumente zu lösen. Häufig hilfreicher sind jedoch gute Fragen: Wie bist du zu dieser Sichtweise gekommen? Was ist dir daran besonders wichtig? Welche Erfahrungen haben deine Meinung geprägt? Habe ich dich richtig verstanden, dass ...? Diese Fragen helfen dabei, die Werte und Bedürfnisse hinter einer Meinung zu erkennen. Verstehen bedeutet nicht zustimmen Ein weit verbreiteter Irrtum lautet: „Wenn ich Verständnis zeige, gebe ich dem anderen Recht.“ Das stimmt nicht. Du kannst die Perspektive eines Menschen nachvollziehen, ohne dieselbe Meinung zu vertreten. Gerade diese Fähigkeit macht schwierige Gespräche oft deutlich leichter. Fazit Menschen öffnen ihre Ohren häufig erst dann, wenn sie sich verstanden fühlen. Wer weniger bewertet, mehr fragt und neugierig bleibt, schafft die Grundlage für bessere Gespräche, weniger Konflikte und mehr gegenseitiges Verständnis. Denn gute Kommunikation beginnt nicht mit dem Wunsch zu überzeugen. Sie beginnt mit dem Wunsch zu verstehen.
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